ich bin Gordon und erzähle Euch nun ein wahre Begebenheit
 

Speedweek 2002  Die Teich-Story

U – RSV 1000

Es geschah in der Nacht. Ca. 13 Stunden ist unser Team vom Sturzpech verschont geblieben. Unsere Fahrer Stefan Gut, Stefan Nowak und Peter Hecker haben ihr Arbeitsgerät bis dato verschont und die Mille bis auf Platz 16 nach vorne „gebrummt“. Uns wurde schon unheimlich, denn 13 Stunden ohne Sturz war für uns „Neuland“. Doch kaum ein Gedanke an die letztjährigen Schraubereien und Reparaturen vergeudet, tauchte schon unser Zeitnehmer Jens (Rekord: 9 Stunden ohne Pause im Zeitnehmerhäuschen) hektisch in der Box auf: .....die Mille fehlt..... Mist! Ein Defekt? Sturz? Benzin? Das bekannte Gefühl kam auf. Suchende Blicke Richtung Boxeneinfahrt, schnelle Schritte Richtung Infield der Strecke, rauf auf den Roller und ins Medical Center ....Vergebens!

Plötzlich stand aber Stefan vor der Box, die Mille schwer beschädigt. Was war geschehen?

Stefan raste auf die „Hasseröder“ zu (zu dem Zeitpunkt noch im Dunkeln) und konzentrierte sich auf die spitze Linkskurve. Bremspunkt suchen ..... Bremsen ..... – kein Widerstand!!!  Heftigeres Bremsen ...... wieder nichts ...... Nun galt es, sich Gedanken zu machen, wie die Mille zu stoppen ist. Mit der Geschwindigkeit die Kurve zu nehmen war unmöglich. Stefan rollte durchs Kiesbett. Heldenhaft hielt er sich auf dem Gefährt, um dann doch festzustellen, daß er zu schnell war und unvermeidlich in den Reifenstapel einschlagen wird. Zitat von ihm : „Ich habe überlegt, in welcher Zuschauerreihe ich wohl landen würde?“ CRASH! Ohne Lenkerstummel, mit defekter Bremse, ein Auspuff fehlte, fehlendem Cockpit, völlig zerstörter Verkleidung und ordentlich Dusel im Kopf machte sich Stefan auf dem Rettungsweg im Infield auf zur Box, um den Totalschaden abzuliefern. Eilig düste er auf dem schmalen Weg die kurvenreiche Strecke entlang. Es war immer noch dunkel, und so übersah unser bayrischer Pilot den Löschteich (befindet sich im Infield gegenüber der Boxeneinfahrt). Ob es nun an der defekten Bremse lag oder an der Eile des Piloten ist bis heute noch nicht raus. Aber das Ergebnis war, daß die Mille sauber aber naß im Teich geparkt war. UND NUN? Stefan suchte schnell das Ufer. Zum Glück hatte er soviel Speed drauf, daß die Mille am anderen Ufer landete. Es war die einzige Stelle am Teich, die einigermaßen zugänglich war. Fast eine Stunde gefahren, brutal im Reifenstapel eingeschlagen, den „Schrotthaufen“ aufgesammelt, sich mit einem unfahrbaren Gerät auf den Weg gemacht und nun noch ein Motorrad in dunkler Nacht aus dem Teich ziehen? Ich glaube, hier sollte man das Motto der Speedweek fest vor den Augen haben: „Nur die Harten kommen durch!“ Also nicht rumjammern sondern anpacken. Das Vorderrad freundschaftlich umschlungen und Zentimeter für Zentimeter die schniefende und zischende Italienerin von den Fluten befreit. Da standen sie nun beide, ein Motorrad, welches in einer Stunde mehr durchgemacht hat als seine Kollegen in vielen Jahren auf der Landstraße, und ein Fahrer, der nun der wartenden Crew erklären muß, warum sein Gefährt aussieht wie ein Stuntbike und zischt wie ein Wasserkocher. Nun noch die Ungewissheit ob der Zweizylinder trotz Vollbad seine Arbeit aufnehmen will?!. Und er tut es!
Es war schon ein komisches Gefühl. Da kam ein Motorrad in die Box, das so schnell wie möglich wieder fahrbereit gemacht werden mußte. Keiner wußte, was passiert war, und jedem stockte der Atem, als Unmengen Schilf und lange, grüne, schmierige Algen am Motorrad prangerten.
Ich glaube dieses Erlebnis bleibt für jeden unvergessen. Heute noch wird uns in Oschersleben auf die Schultern geklopft. Mitarbeiter des Motoparks kennen die Geschichte, und mit einem Lachen im Gesicht werden wir immer wieder daran erinnert. Stefan wurde auf der Siegerehrung noch mit einem Schwimmring und Schwimmflossen geehrt, und damit keinem das gleiche Schicksal wiederfährt, steht heute ein Warnschild an diesem Löschteich.
 

  hm, hm.... geile Geschichte, ne ? ...und wahr isse och noch !